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Špindlerův Mlýn - Práce
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04.02.2012 - Wetter - Spindlermühle 05.02.2012 - Wetter - Spindlermühle 06.02.2012 - Wetter - Spindlermühle






Der Bucharweg - Spindlermühle

 Der Weg beginnt in der Enklave der Horní Mísečky /Oberen Schüsselbauden, deren Besiedlung wahrscheinlich mit der Förderung des Erzes shon im 17. JH (1642), erwähnt, heute als Skisportzentrum bekannt wird. Die rot markierte Trasse durchkreuzt in südlicher Richtung die gesamte Enklave und beginnt am Rande des Langlaufareals, als der "Buchar-Weg", Iangsam zur ersten der drei Koppen, dem Mechovinec /Mooshügel (1074 m u.d.M.) aufzusteigen. "Über drei Hügel zum Žalý" heißt der Ausflug, den Sie gewählt haben. Wahrhaftig eine passende Benennung dieser Wanderung, die an den drei Gipfeln Mechovinec /Mooshügel, Černá skála /Schwarze Koppe und Šeřín /Finsterberg vorbeiführt, bevor sie zur Kreuzung der Wege Na rovince (846 m ü. d. M.) steil bergabsteigt und weiter über Janský vrch / Johannesberg (842,7 m u.d.M.) zum Žalý /Heidelberg (1035,7 m ü.d.M.) hinaufsteigt. Es war in der Vergangenheit ein bekannter Sommer- und Winterweg, auf dem Herr Oberlehrer Buchar aus Dolní Štěpanice /Niederstepanitz böhmische Wanderer ins Riesengebirge begleitete.

 Auf dem nördlichen Hang des Mechovinec machen wir, bei der Harrachova Skála /Harrachfelsen (1035 m ü.d.M.), einem Phyllit-Glimmer-Felsausläufer, eine kleine Ruhepause. Von hier aus, öffnet sich eine wunderschöne Aussicht auf den Kotel / Kessel (3) mit beiden Gletscherkaren der Großen und der Kleinen Kesselgrube und auf den Kamm des Krkonoš /Halsträgers (4), auf dessen südlichen Hängen die Masaryk-Bergstraße führt (Aufstiegtrasse zur Elbquelle, wohin auch aus Gegenrichtung der Buchar-Weg von den Oberen Schüsselbauden zielt). Östlich, tief unter uns Iiegt das Elbtal mit Špindlerův Mlýn / Spindlermühle, dem bedeutendsten Bergzentrum des Riesengebirges. Im Hintergrund ragen steile Hänge des Ziegenrückens, des Heuschobers, des Brunnberges in den Himmel, im unteren Teil befindet sich ein bekannter Teil von Špindlerův MIýn - die Ortschaft Svatý Petr. In der Umgebung wurde shon im 16. Jh. Erzbergbau betrieben.

 Im oberen Teil des Elbtales, unterhalb des Ortes Špindlerův Mlýn, befindet sich eine fast 1 km Iange Talsperre , die schon am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erbaut wurde. Als Impuls zum Bau der Talsperre, dienten die Naturkatastrophen, die zum Wendepunkt des 19. und 20. Jahrhunderts wurden, als Folgen einer rücksichtslosen Bewirtschaftung des Waldbestandes durch unsere Vorfahren, die das Tal heimgesucht haben. Die Talsperre dient noch immer bei dem, im Frühjahr in den Gebirgskammpartien plötzlich eintreffenden Tauwetter, oder bei einem stürmischen sommerlichen Unwetter, als ein verläßlicher Regulator des Durchflußwassers.

 Der Weg über Mechovinec, Šeřín, und Černá Skála führt überwiegend durch einen Fichtenbestand, der eine starke Beschädigung aufweist. Imissionen der Industriebetribe und nachträglich folgende übermäßige Vermehrung der Insektenschädlinge (Borkenkäfer, Fichtennadelgespinst-blattwespe) senkten die Widerstands-kraft des Ekosystems der Waldbestände. Schuld an diesem Zustand tragen teilweise unsere Vorgänger, die in den vergangenen Jahrhunderten den größten Teil des ursprünglich gemischten Waldbestandes gerodet und später durch ungeeignete Fichtenmonokulturen ersetzt haben. Die benutzte Saat und Setzlinge stammten aus der Tiefebene oder aus den Alpenländern, wodurch die Empfindlichkeit der nachfolgenden Bewaldung auf Luftverschmutzung, auf pflanzliche Schädlinge und Insekten wesentlich stieg. Erhebliche Kahlschläge dienen als traurige Zeugen einer ökologischen Katastrophe, die in den siebziger und achtziger Jahren in vollem Ausmaß den Nationalpark Riesengebirge betroffen hatte. Nichtdestoweniger wurden alle kahlen Flächen wieder bewaldet. Um eine unnütze Beschädigung des jungen Waldbestandes zu vermeiden, sollen bei den Skitouren unbedingt ausschließlich markierte Wege benutzt werden. In den Krümmungen des Elbtales, tief unten scheint die Situation des Waldes besser zu sein. Hier blieben bis zu unseren Tagen Reste der ursprünglichen gemischten Waldbestände, vor allem der Buchenbestände, erhalten. Die herbstliche Farbenpracht dieser Buchenwälder gehört zu den unvergeßlichen Erlebnissen des Wanderns in diesem Teil des Riesengebirges. Das Wandern "Über drei Hügel" führt uns bis zum Gipfel des Berges Žalý /Heidelberg. Hier steht in der Höhe von 1019 m ein achtzehn Meter hoher steinerner Aussichtsturm (7), der schon im Jahre 1836 mit ausgiebiger Hilfe des Grafen Jan Harrach, anfangs als Holzbau, später als eine eiserne Konstruktion, ab 1892 in jetziger Gestalt aufgerichtet wurde. Dem Wanderer öffnet sich hier der schönste panoramatische Ausblick ins böhmische Land (bei idealer Sicht kann man sogar die Türme der Prager Kathedralen erblicken). Sollte Ihnen dieser Anblick nicht in Erfüllung gehen, widmen Sie, bitte, Ihre Aufmerksamkeit einem weit bescheideneren Türmchen des geschmackvoll rekonstruierten Holzbau des Glockenturmes in Volský Důl /Ochsengraben, der vor Ihren Augen auf dem entgegenliegenden Hang des Elbtales steht. Im Riesengebirge wurden mehrere ähnliche Glockentürmchen aufgestellt, die außer des Abendläutens auch einem praktischen Zweck dienten und bei der Brandgefahr Feueralarm schlugen. Die Waldbestände entlang des Elbtales, in Richtung Špindlerův Mlýn, wechseln mit abgeholzten Enklaven HerliKovice /Hackelsdorf, Struhadla /Reibeisen, Volský Důl / Ochsengraben, Klausovy Boudy /Klausebauden, Krausovy Boudy / Krause bauden. Manche wurden schon im 16. Jh. als bescheidene Siedlungen von den alpenländischen Holzschlägern angelekt, die der Hauptmann Christoph von Gendorf, der vornehme Feudalherr im Riesengebirge ins Land berief. Mit seinem Namen wird die Zeit des Bergbaues, der Gründung der Erzgewinnung, der Waldnutzung und einer intensiven Besiedlungswelle einiger Teile des Gebirges in Verbindung gestellt.

 Blockhäuser im Riesengebirge
Die herbstlich gefärbten Wälder stehen im scharfen Kontrast mit dem üppigen Grün der Bergweiden in den Enklaven Krausovy Boudy, Herlíkovice, mit den Wiesen auf den Hängen des Žalý in Benecko oder auf dem Janova Hora. In diesen Gebirgsenklaven entstand ein charakteristisches, Iandschaftlich interessantes Kolorit. Mit dem Aufstieg der Baudenwirtschaft (17.-18. Jh.) wurden hier etliche gezimmerte Behausungen gebaut, die als Dauerwohnstätten den Gebirgsbewohnern, die sich durch Waldarbeit, Viehzucht, Weberhandwerk, Korallensprengen und Glasperlenblasen ernährten, dienen sollten. Die einfachen Blockhäuser, die sich mit der Zeit architektonisch entwickelt haben, bestanden meistens aus dreiteiligen Bauten mit Wohnstube, Hausflur und Kammer oder Stall, stehen auf einem Steinsockel und ihre gezimmerte Konstruktion besteht aus Kantholz. Die Lücken zwischen einzelnen Balken wurden mit Moos und Holzspänen abgedichtet, mit Lehm verputzt und weißgetüncht. Manche Blockhäuser tragen ein markantes Bauelement - eine Dachlucke, durch die die Heuernte direkt von der Wiese auf den Dachboden verladen wurde. Das Aufbringen der vor Schnee und Wind gut geschützten Fenster- und Türöffnungen, bezeugt eine gute Anpassungsfäqhigkeit unserer Ahnen an die Naturverhältnisse. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Blockhäuser in Freizeitobjekte umgebaut, wobei zu gefühllosen Eingriffen in diese einheimische Architektur kam. Trotzdem sehen wir in der Umgebung eine Reihe erhaltener Zeugen dieser originellen Gebirgsarchitektur. Dies gilt hauptsächlich für die Enklaven Štěpanice, Benecko, Mrklov, Křížlice und einige Gebiete auf beiden Seiten des Elbtales.

 Auf dem Gipfel des Přední Žalý wählen wir eine der beiden Abstiegmöglichkeiten. Wenn wir in dem Buchar-Weg fortsetzen, wandern wir durch die Fichtenwälder und über die Wiesen der Ortschaft Benecko (ein bekanntes Freizeit- und Wintersportzentrum) nach Mrklov /Markelsdorf über Štěpanice /Stepanitz (Burgruine aus dem 14. Jh., Sitz eines Familienzweiges der Wallensteinsippe) und Hrabačov auf dem rot markierten Weg nach Jilemnice, ein Städtchen, das zwischen dem Riesengebirge und dem Vorland Iiegt. Jilemnice gilt als ein Wirtschafts- und Kulturzentrum des westlichen Riesengebirges und wurde Anfang des 14. Jh. gegründet. Die Geschichte dieser kleinen Stadt wird im Zusammenhang mit den Adelsfamilien Wallenstein und Harrach erwähnt. Im Gebäude des Pseudo-Renaissance-schlosses haust das Riesengebirgsmuseum. Es Iohnt sich, seine Ausstellungen zu besichtigen. Eine große Bildergalerie mit Werken von František Kaván, interessante Weihnachtskrippen und eine beständige Ausstellung des Skisports und seiner Entwicklung wird bestimmt Ihre Aufmerksamkeit fesseln. Jilemnice spielt im Skilaufen eine bedeutende Rolle. 1894 wurde hier der populäre Sportklub Ski- JiIemnice gegründet. Die Anfänge des Skilaufens vermerken wir am Anfang des 19. Jh. Als Pioniere dieser neuen Sportdisziplin werden mit Recht die harrachschen Forstleute gennant. Graf Harrach, Besitzer der Herrschaft Jilemnice, brachte die Skier ins Riesengebirge aus Norwegen, um seinem Forstpersonal die Waldarbeit in der Wintersaison zu erleichtern. Bald fanden sich einige Unternehmungslustige, die die Erzeugung der "Ski" richtig in Schwung brachten. Jan Buchar, Lehrer aus Horní Štěpanice, ein großer Propagator des Skisports, führte seine Original-Ski am heiligen Abend des Jahres 1892 vor. Später widmete er sich der Entwicklung und Popularisierung des Skifahrens im Riesengebirge, wurde zum ersten Vorsitzenden des Ski-Klubs Jilemnice (gegr. 1894) und setzte das Skilaufen als Pflichtgegenstand in den Lehrplan durch. Als Ieidenschaftlicher Bewunderer der Natur im Riesengebirge, wurde er zum großen Propagator des Tourismus und stand als erster bei Geburt der Gedanken über unerläßlichen und gründlichen Naturschutz im Riesengebirge. Er setzte die Streifen-Markierung der Wanderwege durch, die noch heutzutage in Böhmen und in der Slowakei benützt wird und zu den besten in Europa zählt. Zu Ehren dieser Persönlichkeit, die mit der Geschichte des Riesengebirges verbunden ist, wurde der Wanderweg von Jilemnice über Horní Mísečky zur Elbquelle bennant. Vom Aussichtsturm auf dem Berg Žalý, der in der Touristensaison zwischen 10 bis 16 Uhr geöffnet ist, wählen wir den Weg nach Vrchlabí. Im Winter bietet sich hier die Möglichkeit einer Iangen Abfahrt auf gut gehaltenen Pisten bis in das Areal Zadní Herlíkovice am Stadtrand von Vrchlabí. Für den Fußgänger eignet sich der gelb markierte Wanderweg, der uns nach Vrchlabí über Křížovky und Kněžice führt. (Ein herrlicher Anblick der ganzen Stadt mit dem östlichen Teil des Gebirges.) Vrchlabí, das wahre Tor in den zentralen Teil des Riesengebirges, zählt heute etwa 13.000 Einwohner. Die Gründung der Stadt wird in der Zeit der Kolonisation des Gebirges im 13 Jh. mit dem Aufschwung des Erzbergbaues erwähnt. Durch Christoph von Gendorf erwarb Vrchlabí den Status einer Bergstadt. In einem schönen Schloßpark steht das Renaissance-Schloßgebäude. Am Rande der Parkanlage haust die Verwaltung des Riesengebirgs-Nationalparks und in dem unweit gelegenen Gebäude des gewesenen Augustinianerklosters befindet sich das Riesengebirgsmuseum (Touristentrasse vom Žalý führt an dem Objekt vorbei). Eine moderne ökologische Ausstellung "Stein und Leben" mit der historischen Ausstellung "Mensch und die Berge" Iockt den Besucher zu einer empfehlenswerten Besichtigung, die ein breites Spektrum an Informationen über Natur, Landschaft und Geschichte des höchsten böhmischen Gebirges in großzügiger Form darbietet.

 Im unweit gelegenen Informationszentrum der Verwaltung des Riesengebirgs-Nationalparks endet die Wanderung. Hier stehen dem Besucher alle wichtigen Informationen über die Region, über Sicherheits- und Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung. Hier werden dem Zuschauer interessante Videoprogramme vorgeführt, die ihm bei der Auswahl neuer Touristentrassen behilflich sein könnten.